Gemeinsam stark gegen Mobbing
Einen eindrücklichen Präventionstag zum Thema Mobbing erlebten die Schülerinnen und Schüler der 3.-9. Klasse mit Carsten Stahl. Der Anti-Mobbing-Trainer sprach direkt und verständlich über Gewalt, Ausgrenzung, Respekt und Zivilcourage. Mit dem Erzählen seiner persönlichen Geschichte zeigte er auf, wie schrecklich Mobbing sein kann. Mit der Frage: «Bin ich ein Verlierer, weil ich es zugegeben habe oder bin ich stark, weil ich es zugegeben habe?» ermutigte er die Lernenden dazu, allfällige eigene Probleme oder Sorgen jemandem anzuvertrauen.

Einer hat angefangen, alle haben mitgemacht.
Im Zentrum des Vortrags standen Fragen, die zum Nachdenken über das eigene Verhalten anregten: Wo beginnt eine vermeintlich harmlose Bemerkung, verletzend zu werden? Wann wird aus Spass Ausgrenzung? Und was können jene tun, die beobachten, dass jemand wiederholt gedemütigt oder ausgeschlossen wird? Carsten Stahl zeigte auf, dass auch Wegschauen, Schweigen und Mitlachen die Situation beeinflussen. Mut bedeutet, für andere einzustehen und Hilfe zu holen.

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler im Anschluss der Veranstaltung zeigen auf, wie stark die Botschaft ankam.
Die Schüler:innen vom Kindergarten bis zur zweiten Klasse beschäftigten sich am Vormittag ebenfalls mit einer Fachperson mit dem Thema. Sie merken sich beispielsweise, dass sie gemeinsam spielen möchten und nicht gegeneinander oder alleine. Auch möchten sie auf ein Kind zugehen und es mitnehmen, damit es die Pause nicht alleine verbringen muss.
In der 3./4. Klasse waren die Lernenden schockiert über die persönliche Geschichte von Carsten Stahl und darüber, dass er keine Lust mehr am Leben hatte, später dann aber selbst zum Täter wurde. Die Schüler:innen haben gelernt, dass Mobbing nicht schön ist und weh tut. Schlimme Wörter, die auch an unserer Schule leider genutzt werden, sind verletzend und können dazu führen, dass jemand nicht mehr zur Schule gehen möchte. So nehmen sich die Lernenden vor, nicht mitzumachen und dem Kind, das gemobbt wird, zu helfen.
Auch die älteren Schüler:innen beschäftigten sich nach dem Input des Mobbing-Experten mit dem Thema. Auf die Frage „Was hat dich überrascht?“ nannten auch diese Kinder, dass ein gemobbter Junge später selbst andere mobbte, Menschen trotz sichtbaren Leids nicht aufhörten und Betroffene ihren Eltern oft lange nichts erzählen. Ein Kind hielt fest: „Ich habe gemerkt, dass ich auch mitmache, wenn ich nur zuschaue und nichts sage.“ Auf die Frage „Was möchtest du in Zukunft anders machen, um Mobbing zu verhindern?“ antworteten die Schülerinnen und Schüler mit konkreten Vorsätzen: Hilfe holen, Lehrpersonen informieren und ausgeschlossene Kinder bewusst einbeziehen.
Am Nachmittag vertieften die Lehrpersonen das Thema. Neben dem Input von Carsten Stahl informierten Fachpersonen der Luzerner Polizei aus dem Bereich Jugendprävention über die rechtliche Situation und ihr Präventionsangebot.
Am Abend wurden die Eltern einbezogen. Auch ihnen erläuterte Carsten Stahl die Wichtigkeit des Themas und dass sie als erste Vorbilder der Kinder eine zentrale Rolle spielen.
Zum Abschluss hielten Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler ihr gemeinsames Commitment gegen Mobbing auf einem Plakat fest und bekräftigten es mit ihren Unterschriften: Wir schauen hin, reagieren früh und geben Mobbing keinen Raum.

Der Tag soll einen bewussten Neustart ermöglichen. Die Schule übernimmt Verantwortung für ein sicheres Lernumfeld, klare Grenzen und eine dauerhaft verankerte Prävention gemeinsam mit Eltern, Schulsozialarbeit und Fachstellen.
Der Präventionstag ist kein Abschluss, sondern ein Anfang. Wir bleiben am Thema dran – denn gemeinsam sind wir gegen Mobbing stark.


