Interview mit einem Sportlehrer

David Gut war in der 1. Sek. unser Turnlehrer und im ersten Semester mein Mathematiklehrer. Im letzten Sommer hat er die Schule Schötz verlassen und an die Berufs- und Sekundarschule in Dagmersellen gewechselt. Obwohl er nicht mehr in Schötz als Lehrer tätig ist, unterstützt er die 2. Sek. AB in diesem Schuljahr beim freiwilligen Schulsport. Jeden zweiten Dienstagmittag treffen wir uns mit David Gut in der Sporthalle Morgenweg zum freiwilligen Schulsport (FSS). Wenn wir mindestens 30 Trainings durchführen, bekommen wir rund 1 000 Franken in die Klassenkasse von J+S (Bund) und von Sportfonds des Kanton Luzern. Mit dem Geld wollen wir unser Klassenlager in Poschiavo im Juni 2021 finanzieren. Ich habe mit David Gut ein Interview durchgeführt.

David Gut, Lehrer


Wie entscheiden Sie, was wir in den FSS-Lektionen machen? Die ursprüngliche Idee von freiwilligem Schulsport ist, dass man sich in den Lektionen mehr bewegt und an der Fitness arbeitet. Ich lege den Fokus auf Spiele, da wir uns alle zwei Wochen für zwei Lektionen Sport treffen, macht ein Kraft- und Fitnessprogramm in so grossen zeitlichen Abständen wenig Sinn. Durch die Spiele bewegt man sich und man muss sich im Team betreffend Strategien und Taktik absprechen. Das dient schlussendlich auch der Fitness. Durch Covid-19 sind Schulsport und auch das Vereinstraining verboten. Wie geht es Ihnen in der jetzigen Situation? Ich vermisse es in der Halle und auf dem Fussballplatz zu stehen. Aktuell fallen etwa 50 Prozent meiner Unterrichtsstunden aus. Leider fallen auch die Vereinstrainings, die ich leite und an denen ich selbst teilnehme, weg. Ich bin froh, wenn wir in der jetzigen Situation gesund bleiben und ich freue mich, wenn alles wieder normal wird. Was tun Sie, damit Sie trotzdem fit bleiben? Ich halte mich an die Corona-Massnahmen und verzichte auf Mannschaftsport. Das heisst, ich jogge im Moment viel und wenn es dann wärmer ist, bin ich wieder viel auf dem Bike oder auf dem Rennvelo. Wie sind Sie auf den FSS gestossen? Die Idee mit FSS Geld für Schulexkursionen und Klassenlager zu verdienen, stammt von meinem Vorgänger in Dagmersellen. Das Angebot ist aus meiner Sicht eine Win-win-Situation: Man treibt gemeinsam als Klasse Sport, man erlebt etwas, verbringt zusammen Zeit und bekommt dafür Geld. Wie viel Sport treiben Sie in Ihrer Freizeit und welche Sportarten tätigen Sie regelmässig? Wenn die Pandemie nicht herrschen würde, wäre ich in der Woche acht bis zehn Stunden mit dem Fussballtraining beschäftigt. Zusätzlich gehe ich regelmässig biken und joggen. Wenn es die Zeit erlaubt, spiele ist zudem sehr gerne Tennis und im Winter Volleyball. Aktuell bin ich fünf bis sechs Stunden pro Woche in Bewegung. Wenn das Wetter kalt ist, mache ich vor allem Krafttraining und ich jogge. Sobald es wieder wärmer ist, gehe ich vermehrt aufs Velo.

Schauen Sie Sport am Fernseher? Wenn ja, welchen? Ja, natürlich. Jedoch schaue ich selten Fussball. Ich finde American Football viel spannender. Mühsam finde ich die vielen Werbungen. Aus diesem Grund finde ich es nach wie vor viel spannender, wenn man den Sport selbst ausübt. Wer ist Ihr Lieblingssportler oder Idol? Ich habe kein Idol. Mich beeindrucken Sportler, die sich über eine lange Zeit an der Weltspitze halten können, wie Roger Federer, Rafael Nadal oder Cristiano Ronaldo. Dies ist aus sportlicher Sicht bewundernswert, denn viele können sich nicht vorstellen, wie viel Fleiss und Training in solchen Leistungen steckt. Früher, als ich noch klein war, habe ich mich versucht an Steven Gerrard zu orientieren. Er war eine Liverpooler Fussballlegende. Gibt es eine Sportart, die Sie nicht mögen, die Sie im Sportunterricht jedoch behandeln? Ja, es gibt eine Sportart, die ich nicht so cool finde. Diese nennt sich Tschoukball. Zum Glück lässt uns der Lehrplan gewisse Freiheiten. Das ist gut so, denn ich könnte ihn den Schülerinnen und Schülern nicht als cool verkaufen. Gibt es im FSS oder im Turnunterricht Situationen, die Sie nicht mögen? Ja, aber ziemlich selten. Ich mag es nicht, wenn Schüler*innen unaufmerksam sind. Denn beim Sport kann dies sehr gefährliche Auswirkungen haben. Wie finden Sie Sport über den Mittag? Ich mache es gerne, aber ich habe Verständnis, wenn es für Schüler*innen weniger angenehm ist, weil sie es sich nicht gewohnt sind. Ist die Zeit, die Sie für den FSS brauchen, Ihre Freizeit? Ja, es ist meine Freizeit. Ich verdiene in der Zeit kein Geld. Das Geld geht in eure Klassenkasse und das ist gut so. Herzlichen Dank, dass Sie meine Fragen beantwortet haben und dass Sie sich die Zeit nehmen und mit uns den FSS durchführen. Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Sie gesund bleiben.


Das Lager finanzieren die Schüler*innen zum einen Teil mit Geld der Gemeinde und zum grössten Teil selbst, denn alle Schüler*innen beteiligen sich am freiwilligen Schulsport und verdienen damit Geld fürs Lager.

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